Castillo – die fruchtige Seite Kolumbiens
Einstieg
Es gibt Kaffeesorten, die man kennt, ohne es zu wissen – und Castillo ist genau so eine. Wer schon mal einen kolumbianischen Kaffee getrunken hat, der nach roten Beeren, Zitrus und einer feinen floralen Note geschmeckt hat, hatte ziemlich wahrscheinlich Castillo in der Tasse. Bei uns steckt diese Sorte gerade mitten in der Testphase – wir feilen am perfekten Röstprofil, bevor sie bei euch im Shop landet. Grund genug, sie euch schon jetzt vorzustellen.
Herkunft & Namensgeschichte
Castillo ist eine Arabica-Varietät aus Kolumbien, entwickelt am nationalen kolumbianischen Kaffeeforschungsinstitut Cenicafé. Ziel der Züchtung war eine Sorte, die zwei Dinge gleichzeitig kann: robust und krankheitsresistent sein – und dabei geschmacklich nicht hintenanstehen. Genau diese Kombination hat Castillo zu einer der wichtigsten Sorten im kolumbianischen Kaffeeanbau der letzten Jahre gemacht.
Anbauregionen (heute)
Castillo wird heute in weiten Teilen des kolumbianischen Kaffeegürtels angebaut, oft von kleinen Kooperativen und Familienbetrieben. Die Sorte ist speziell für die Höhenlagen und klimatischen Bedingungen der kolumbianischen Anbauregionen gezüchtet worden und hat dort mittlerweile ältere, anfälligere Sorten in vielen Betrieben ersetzt.
Pflanzeneigenschaften & Anbau-Herausforderungen
Castillo ist eine Kreuzung aus Caturra und einer Linie des Timor Hybrid. Von Caturra erbt sie die kompakte Wuchsform und gute Erträge, vom Timor Hybrid die Resistenz gegen Kaffeerost (Roya) – eine Pilzkrankheit, die ganze Ernten vernichten kann und den kolumbianischen Kaffeeanbau lange vor große Probleme gestellt hat. Diese Krankheitsresistenz war das zentrale Zuchtziel und macht Castillo für Farmer:innen deutlich planbarer und nachhaltiger im Anbau als ältere, anfälligere Sorten.
Geschmacksprofil
Im Cup zeigt sich Castillo fruchtig und komplex, ohne dabei schwer zu wirken: rote Beeren, Zitrusnoten und eine klare Süße, dazu oft eine feine florale Note in Richtung Jasmin. Je nach Aufbereitung und Terroir können auch Schokoladen- oder Gewürznoten dazukommen. Insgesamt ein Profil, das Frische und Tiefe verbindet.
Für wen & welche Zubereitung geeignet
Durch die Balance aus Frucht, Süße und feiner Säure eignet sich Castillo besonders gut für Filterzubereitungen wie V60 – hier kommen die floralen und fruchtigen Noten am klarsten zur Geltung. Wer es lieber intensiver mag, kann mit etwas gröberem Mahlgrad und längerer Extraktion auch Richtung Vollmundigkeit experimentieren. Ein Kaffee, der sich sowohl für Filter-Einsteiger:innen als auch für alle eignet, die gerne mit Rezepten tüfteln.